Geschichte der ABL
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2014
Politik mit Profil – mit diesem Leitwort zog die Acherner Bürger Liste in ihren nunmehr 8. Wahlkampf für eine unabhängige, soziale und ökologische Kommunalpolitik. Dabei stand ein großer Wechsel an, da die Stadträte Peter Huber, Gerhard Weber und Dr. Reinhardt Früh neuen Kräften den Weg frei machen wollten. Die Zugpferde Jutta Römer, Gabriele Hoggenmüller und Manfred Nock konnten 23 engagierte Kandidatinnen und Kandidaten um sich scharen, so dass am Wahltag, dem 25. Mai 2014 die ABL mit 23,9 % der Stimmen ihr bestes Ergebnis erzielen konnte.

Die gelungene und ausgewogene Kandidatenaufstellung (11 Frauen, 15 Männer), das klar formulierte Wahlprogramm und ein engagierter Wahlkampf waren die Garanten für den erzielten Erfolg. Mit zusammen 65 Gemeinde- und Ortschaftsratskandidat/Innen wurden in der heiße Phase des Wahlkampfes mit zahlreichen Informationsabenden, Presseartikeln, Annoncen, 9 stadtteilbezogenen Wahlbroschüren, Homepage-Auftritt, Plakaten und Infoständen für das Acherner Eigengewächs ABL mit großem Einsatz beworben.

Ins Stadtparlament konnten neben den 3 erfahrenen Räten Jutta Römer, Gabriele Hoggenmüller und Manfred Nock mit Beate Flick-Schreiber (Fautenbach), Heike Schwenk (Mösbach) und Ernst Kafka (Großweier) auch 3 neue Kräfte einziehen. Während in den 7 Teilgemeinden in der Gemeinderatswahl mit im Schnitt fast 20 % Stimmenanteil ein gutes Ergebnis erzielt wurde, wurde dieses mit 31,6 % in der Kernstadt und 28,6 % in Oberachern noch übertroffen. Mit fast 5 % bzw. 7 % Abstand gegenüber der FWV und CDU erreichte die ABL in der Kernstadt den Platz 1.

Bei den Ortschaftswahlen trat die ABL mit insgesamt 5 Listen und 39 Kandidaten an. Auch dort wurde durchgehend ein gutes bzw. ein sehr gutes Ergebnis erzielt, so dass mit Beate Flick-Schreiber (Fautenbach), Sebastian Walter und Christoph Meyer (Großweier), Heike Schwenk, Lothar Köstel und Ralf Butsch (Mösbach), Armin Stiefel, Klaus Pflüger und Eva König (Önsbach), Wolfgang Krauth und Johannes Feigenbutz (Sasbachried) die politischen Inhalte der ABL auch in die Ortschaftsparlamente für die nächsten 5 Jahre vertreten werden konnten.

Summa sumarum war die ABL auch in Zeiten eines sich abzeichnenden rasanten Wandels in Gesellschaft und Politik gut aufgestellt, ihr eigenständiges Profil im Wettbewerb der polititschen Meinungen wirkungsvoll einzubringen.
2010
Mit dem Rückenwind der erfolgreichen Kommunalwahl 2009 feierte die Acherner Bürger Liste im Oktober 2010 ihr Fest zum 30-jährigen Jubiläum im Atelier der Illenau Werkstätten. Mehr als 100 Wegbegleiter der ABL feierten bis spät in die Nacht mit Gespräch, Ausstellung, Musik (, Paul Güde, Ursel und Johannes Klingel, Jörg Solleder, Gerd Weismann) und einem guten badischen Vesper den 30 – jährigen Sonderweg in der Acherner Kommunalpolitik. Auch in der hiesigen Presse wurde das Jubiläum mit einem Interview mit der Fraktionsvorsitzenden Jutta Römer und einem ausführlichen Bericht über das Fest gewürdigt.
2009
Unter dem Leitwort: “Politik mit Verantwortung" – heute und morgen- stellte sich die ABL zum siebten Mal dem Votum der Acherner Bürger bei der Kommunalwahl 2009. Mit ihrer Gemeinderatsliste von 10 Kandidatinnen und 16 Kandidaten in der Kernstadt und den sieben Teilorten, erreichte die ABL nach einem engagierten Wahlkampf ihr bisher bestes Ergebnis mit 22, 2% und folglich sechs Vertretern im Stadtparlament. Das gute Ergebnis zeigte sich u.a. im ersten Platz mit 32,6% der abgegebenen Stimmen in der Kernstadt. Im Vergleich dazu FWV 26,8%, CDU 23.5%, BF 10,3% und SPD 6,9%.

Mit Stimmenanteilen um die 20% in Oberachern, Fautenbach, Großweier, Mösbach, Önsbach und Sasbachried war in den Teilorten ein sehr gutes Gemeinderatswahler-gebnis erzielt worden. Auch in Gamshurst und Wagshurst, in denen wir keine eigenen Ortschaftsratslisten hatten, gab mit 10,6% bzw. 12,5% bei der Stadtratswahl die bisher besten Ergebnisse. Stimmenkönigin war wieder einmal Gabriele Hoggenmüller mit über 6 000 Stimmen, Jutta Römer und Manfred Nock waren unsere 4000 er und auch Dr. Reinhard Früh hatte mit 3600 Stimmen bei seiner ersten Kandidatur ein hervorragendes Ergebnis.

In den sieben Teilorten stellte die ABL fünf Ortschaftsratlisten mit insgesamt 37 Kandidatinnen und Kandidaten auf. Mit fast 30% und drei Sitzen ( Annette Maier, Lothar Köstel und Ralf Butsch) war das Ergebnis in Mösbach am besten. Auch in Fautenbach (Gerhard Weber, Beate Flick – Schreiber), in Önsbach ( Klaus Pflüger, Armin Stiefel) erzielten wir jeweils zwei Sitze im Ortschaftsrat. Selbst in Großweier ((Ernst Kafka) und Sasbachried ( Wolfgang Krauth) erreichten mit kleinen Kandidatenlisten eine Vertretung in den Ortschaftsräten.

2007
2007 ist das Jahr der OB-Wahl. Die ABL erarbeitet dazu Wahlkriterien, die sie in einer Presseerklärung veröffentlicht. Sie spricht jedoch keine Empfehlung für einen der sechs Kandidaten aus. Die ersten Amtsmonate von Klaus Muttach begleitet die ABL wohlwollend, aber – dank ihrer Unabhängigkeit von Parteiinteressen – auch kritisch.
2005
Nach intensiven Vorberatungen gibt sich die ABL-Gruppe im Jahr 2005 auch eine formelle Struktur: In einer öffentlichen Gründungsversammlung wird der ABL-Förderkreis aus der Taufe gehoben, dessen Ziel laut Satzung „die Unterstützung der ABL-Fraktionen im Acherner Stadtrat und in den Ortschaftsräten“ ist. In den Vorstand werden Annette Maier (Mösbach), Joachim Kupfer (Oberachern) und Gerd Hofmeister (Fautenbach) gewählt. Vorsitzender wird Patrick Hillenbrand-Detzer (Oberachern). Gemeinsam mit Mitgliedern der Stadtratsfraktion formuliert der Vorstand erstmals auch eine Art „Grundsatzprogramm“: die Politischen Leitlinien. In der Folgezeitführt der Förderkreis in eigener Regie Veranstaltungen durch, die das politische Profil der ABL schärfen. Aber auch die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls kommt nicht zu kurz: Mit einer internen Feier im Jubiläumsjahr 2005 und einer großen „Fete“ im Festsaal der Illenau begeht die ABL ihren 25. Geburtstag.
1999
Und auch bei der Kommunalwahl 1999 sorgt die ABL für ein Novum im Acherner Rathaus: Ihre neue Fraktion besteht zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern. Nach Abschaffung der unechten Teilortswahl hat sich die Zahl der Stadträte von 45 auf 26 verringert. Bei einem Stimmenzuwachs von einem Prozent entfallen vier davon auf die Acherner Bürger Liste, die ab sofort von Peter Huber, Jutta Römer, Annerose Rettig und Meinrad Weber repräsentiert wird. In Mösbach und in Önsbach führt ein erhöhter Stimmenanteil zum Gewinn eines weiteren Mandats. Damit vertreten insgesamt 9 Ortschaftsräte die ABL in den Teilgemeinden: Gerhard Weber in Fautenbach, Ernst Kafka in Großweier, Beate Erdrich, Franz Hund, Annette Maier und Annerose Rettig in Mösbach, Christel Fritz und Gerold Weber in Önsbach und Wolfgang Klein in Sasbachried.
Der Rückenwind für die ökologisch-soziale Politik der Acherner Bürger Liste und ihr weiter gestärktes Selbstbewusstsein zeigt sich aber auch in anderer Hinsicht: Im unmittelbaren Gefolge der Wahl schließen sich ABL-Anhänger zu einer Unterstützergruppe zusammen, die durch eigene Aktivitäten die Arbeit der gewählten Vertreter begleiten will. Sie nennt sich: „ABL - Die Gruppe“.

Noch ins gleiche Jahr fällt die Wahl zum Amt des Oberbürgermeisters – und dieses Mal gibt die Acherner Bürger Liste keine Wahlempfehlung für den amtierenden Rathauschef Reinhart Köstlin ab.

Gleichwohl ist natürlich auch der Wiedergewählte unter den zahlreichen Gratulanten, als die ABL im darauffolgenden Milleniumsjahr im prall gefüllten Josefshaus ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert. Im Rahmen der bunten Geburtstagsgala mit vielen geistreichen Programmpunkten vollzieht sich überdies etwas, was man aus der Perspektive der Bürgerliste einen historischen Akt nennen könnte: „Mr. ABL“ Peter Huber übergibt offiziell den Fraktionsvorsitz an Jutta Römer. Mit berechtigtem Stolz bilanziert der ABL-Gründervater: „Wir haben uns in den 20 Jahren Respekt im Gemeinderat, in der Verwaltung und in der Bevölkerung verschafft.“ Nicht ganz Recht behalten sollte er dagegen mit seiner Prognose für die eigene politische Zukunft: „Ich glaube, dass es jetzt genug ist...“ (Interview mit der ARZ vom 9./10.9.2000)
Historisch ist die Stabsübergabe aber auch für die Annalen der Stadt: Zum ersten Mal wird eine Gemeinderatsfraktion in Achern nunmehr von einer Frau angeführt.
Noch in der laufenden Legislaturperiode erlebt Achern eine der landesweit Aufsehen erregendsten politischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit: den Streit um den Bau einer Skihalle bei Sasbachwalden. Als einzige Gruppierung im Acherner Gemeinderat spricht sich die ABL von Anfang an konsequent und einstimmig gegen das Vorhaben aus. Viele Mitglieder der ABL-Gruppe engagieren sich in der Bürgerinitiative „Legelsau“, auch in deren Vorstand. Mit weit über 10.000 Unterschriften im Rücken trägt die BI schließlich entscheidend dazu bei, dass Anfang 2004 das endgültige Aus für das Projekt kommt.
Eine „Politik mit Profil“ gemacht zu haben, darf sich die ABL für die kommenden Wahlen denn auch mit Fug und Recht auf die Fahnen und die Wahlplakate schreiben. Der Lohn dafür ist das bisher beste Ergebnis mit 18,6% der Stimmen und der Zugewinn eines weiteren Sitzes im Gemeinderat. Nicht zuletzt ist dieser Erfolg dem neuen Fraktionsmitglied Gabriele Hoggenmüller zu verdanken, die für die ABL die viertmeisten Stimmen aller angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten einfährt. Ebenfalls neu im Stadtrat sind außerdem Gerhard Weber und Manfred Nock als Repräsentant der jüngeren ABL-Generation. Die Gesamtzahl der Ortschaftsratsmandate bleibt zwar gleich, jedoch verliert die ABL in Mösbach einen Sitz, dafür gewinnt die Fautenbacher Bürgerliste einen hinzu. Die Ortschaftsräte sind: Beate Flick-Schreiber und Gerhard Weber in Fautenbach, Ernst Kafka in Grossweier, Franz Hund, Annette Maier und Lothar Köstel in Mösbach, Armin Stiefel und Gerold Weber in Önsbach und Wolfgang Krauth in Sasbachried. (Zur aktuellen Zusammensetzung der ABL-Fraktionen siehe auch: Fraktion bzw. Ortschaftsräte)
1994
Zum zweiten Mal setzt die Acherner Bürger Liste bei der Kommunalwahl 1994 einen Meilenstein in der Acherner Politikgeschichte: Als erste politische Gruppierung nominiert sie eine Kandidatenliste, auf der die Frauen in der Mehrheit sind – ein gesellschaftliches Signal, das auch regional Seltenheitswert besitzt. Mit einem eigenen „Frauen-Flugblatt“ werben die ABL-Frauen im Vorfeld der Wahl für ihre politischen Forderungen. Obgleich die „Grünen“ einen zweiten Sitz im Acherner Stadtrat hinzugewinnen, kann die ABL ihre sieben Mandate halten. Neben den bewährten Fraktionsmitgliedern Peter Huber, Jutta Römer, Dr. Winfried Hoggenmüller, Peter Storch und Manfred Weber setzen sich ab jetzt Dieter Schmieg und Stefan Tisch in der Großen Kreisstadt für die Ziele der ABL ein. Nicht nur für Statistiker bemerkenswert ist außerdem die Tatsache, dass es mit dieser Wahl erstmals genauso viele ABL-Vertreter in den Teilorten wie in der Kernstadt gibt: Jeweils einen Ortschaftsratssitz kann die Acherner Bürger Liste in Fautenbach (Gerhard Weber), Großweier (Ernst Kafka), Önsbach (Christa Fritz) und Sasbachried (Wolfgang Klein) erobern, in Mösbach sind es – mit 37% der Stimmen! - sogar drei: Maria Doll, Annerose Rettig und Christa Sutterer. Die Themen der ABL finden auch in den Teilgemeinden verstärkt Resonanz.
1991
Während sich die ABL bei der vorigen Oberbürgermeisterwahl mit Herrn Rosenfelder als einzigem und neuerlich erfolgreichem Kandidaten zurückgehalten hat, gibt sie bei der OB-Wahl im Jahre 1991 eine Wahlempfehlung für Reinhart Köstlin ab. Auf einer Wahl-Unterstützer-Liste finden sich zahlreiche ABL-Mitstreiter. Mit 60% der Stimmen gewinnt Köstlin die Wahl und wird neuer Acherner Oberbürgermeister.
1989
Die nun folgende Legislaturperiode zeigt, dass die Acherner Bürger Liste, weiterhin unter dem Fraktionsvorsitz von Peter Huber, auf dem „richtigen Weg“ war und ist: „Die Aufgabe der Zukunftssicherung und die Notwendigkeit zum Umdenken werden inzwischen allgemein anerkannt“, bilanziert die ABL nach 10 Jahren Gremienarbeit. Und: „Der richtige Weg“ sei es, auch „weiterhin fachkundig und aktiv das Leben in unserer Stadt mitzugestalten“. Dazu brauche es auch in Zukunft die ABL. Wie ein Echo auf dieses Faltblatt für die Gemeinderatswahl 1989 wirken deren Ergebnisse: Die ABL steigert ihr Ergebnis von 10,4 auf 16,4% der Stimmen und erringt satte sieben Sitze im neuen Acherner Stadtrat. Mit Dr. Winfried Hoggenmüller, Jutta Römer, Peter Storch und Meinrad Weber wird die Fraktion durch hochqualifizierte neue Kräfte verstärkt – und das trotz der Konkurrenz durch die „Grünen“, die erstmals einen Kandidaten im Stadtparlament positionieren können. Mit verantwortlich für diesen Erfolg ist gewiss auch die sachkundige und entschiedene Position, die, die ABL in der damaligen Auseinandersetzung um die Acherner Glashütte vertritt. Auch in den Teilorten tritt die ABL mit stärker besetzten Listen an, kann jedoch nur in Önsbach mit Chrita Fritz und in Sasbachried mit Wolfgang Krauth einen Sitz im Ortschaftsrat erringen. „Das Leben in die Mitte stellen“ bleibt fortan Richtlinie und Ziel der ABL-Politik.
1984
Vier Jahre danach kann die ABL eine positive Bilanz ihrer Arbeit ziehen. Diese habe gezeigt, „daß es durchaus möglich ist, außerhalb der etablierte Parteien eine unabhängige Politik zu betreiben“. Auf dem gleichen Faltblatt für die Kommunalwahl 1984 heißt es weiter: Wir wissen – wer ein Programm hat, kann nicht allen gefallen, wer eine Linie zeigt, eckt zwangsläufig an.“ Aber diese „Politik mit Profil“ (so das Wahlkampfmotto genau 20 Jahre später) wird vom Wähler honoriert: Mit Klaus Stinus zieht nunmehr ein vierter ABL-Kandidat in den Stadtrat ein. Und noch ein weiterer wichtiger Schritt wird getan – der Schritt in die Dörfer: In Fautenbach mit Jürgen Franck und in Großweier mit Rudi Himmelhan erringen ABL-Verteter jeweils einen Sitz im Ortschaftsrat.
1980
1980 – Kommunalwahl: ein Einschnitt in der Geschichte der Acherner Lokalpolitik. Nach Jahrenzehnten der „Alleinherrschaft“ von CDU, SPD und Freier Wählervereinigung zieht in diesem Jahr zum ersten Mal eine vierte Gruppierung in den Stadtrat ein: die Acherner Bürger Liste.
Unter dem Leitwort „Achern Bleibt Lebenswert“ hat sie in den Wochen und Monaten davor einen engagierten, unkonventionellen Wahlkampf geführt. Mit ihren Themen – Umwelt und Natur, Verkehr, Stadtbild, Kinder und Jugendliche, Kultur – trifft sie den Nerv der Zeit, in der sich etliche Umweltgruppen und Bürgerinitiativen außerparlamentarisch für die gleichen Anliegen stark machen. Auf Anhieb rückt die ABL mit drei Kandidaten in den Gemeinderat ein. Jürgen Franck, Peter Huber und Waltraut Moster (die später von Heide Clemens abgelöst wird) werden die ersten ABL-Parlamentarier.